Reithelm Vergleichstest 2026: Finden Sie heraus, welches Produkt das Beste ist
Auf einen Blick
Top-Empfehlung: Reithelm Covalliero Kerbl Cavalliero Beauty VG1, JugendlichNote 1,5
Welches Reitkappe zählt zu den besten? Ein Vergleich der Top-Auswahl
Reithelm 2026: Vergleiche und wertvolle Tipps für Ihre Kaufentscheidung finden Sie hier – Umfassender Ratgeber und Expertenmeinungen
Die Anschaffung eines Reithelm gestaltet sich einfacher, wenn Sie unsere Empfehlungen beachten. In diesem Ratgeber finden Sie alle essenziellen Informationen
- Ein Reithelm ist ein unverzichtbares Sicherheitsutensil beim Reiten von Pferden. Der Helm schützt den Kopf und minimiert das Risiko von Kopfverletzungen im Falle eines Sturzes. Es gibt verschiedene Arten von Reithelmen auf dem Markt, wie z.B. Turnierhelme, Freizeithelme und Springhelme.
- Ein qualitativ hochwertiger Reithelm sollte gut an den Kopf angepasst sein und eine hohe Stoßabsorption aufweisen. Außerdem sollten die Belüftungsschlitze eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen und das Visier sollte ein ausreichendes Sichtfeld bieten. In vielen Ländern ist das Tragen eines Reithelms gesetzlich vorgeschrieben.
- Bei der Auswahl eines Reithelms ist es wichtig, darauf zu achten, dass er den geltenden Sicherheitsstandards entspricht, wie z.B. ASTM (American Society for Testing and Materials) oder CE (Conformité Européene). Auch das Material und die Passform spielen eine wichtige Rolle. Ein guter Reithelm kann das Leben retten und sollte daher nicht am Preis gespart werden.
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Reithelm Vergleich 2026: Die besten Modelle für sicheren Sitz im Sattel
Ich bin Klaus Hofmann und kümmere mich bei beste-testsieger.de seit Jahren um den Bereich Sicherheit und Ausrüstung. In meiner Familie wird seit drei Generationen geritten, und ich habe in dieser Zeit selbst mehr Reithelme aufgehabt, gekauft und nach Stürzen entsorgt, als mir lieb ist. Genau deshalb gehe ich beim Reithelm anders heran als bei vielen anderen Produkten: Hier geht es nicht um Komfort oder Optik an erster Stelle, sondern um den Schutz des Kopfes. Ein Reithelm ist ein Stück persönliche Schutzausrüstung, und das merkt man in jedem Detail – von der geprüften Norm bis zur Art, wie der Drei-Punkt-Gurt unter dem Kinn sitzt.
In diesem Vergleich schaue ich mir zehn Modelle aus dem aktuellen Markt an, von günstigen Einsteigerhelmen bis zu hochwertigen Helmen für die Vielseitigkeit. Ich erkläre, worauf es bei der Norm VG1 01.040 2014-12 wirklich ankommt, wie man den Kopfumfang richtig misst, warum ein Helm nach einem Sturz ersetzt werden muss und welche Unterschiede es zwischen Dressur- und Vielseitigkeitsmodellen gibt. Alles aus erster Hand, ehrlich und ohne Marketing-Versprechen.
Eines möchte ich gleich zu Beginn klarstellen, weil mir das wichtig ist: Beim Reithelm gibt es keine Kompromisse. Bei einer Reithose kann man über Optik und Schnitt diskutieren, bei Stiefeln über das Leder. Beim Helm geht es um den Kopf, und der Kopf verzeiht keine Fehler. Ich habe in meinem Umfeld Stürze erlebt, bei denen ein gut sitzender, normgerechter Helm den Unterschied gemacht hat. Das prägt. Deshalb ist dieser Artikel auch kein reiner Produktvergleich, sondern genauso eine Anleitung, wie du einen Helm auswählst, prüfst und pflegst. Die Modellempfehlungen sind das eine, das richtige Wissen drumherum ist mindestens genauso viel wert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Reithelm ist persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kategorie III. Achte zwingend auf die Norm VG1 01.040 2014-12 (bzw. EN 1384 / Verordnung (EU) 2016/425).
- Die richtige Passform entscheidet über den Schutz: Der Helm muss fest und waagerecht sitzen, ohne zu drücken oder zu wackeln.
- Nach jedem Sturz oder Aufprall gehört der Helm ersetzt – auch wenn von außen kein Schaden zu sehen ist.
- Kaufe niemals einen gebrauchten Reithelm. Du kennst seine Vorgeschichte nicht.
- Auch ohne Sturz altert das Material: Ein Austausch nach etwa drei bis fünf Jahren (oder gemäß Herstellerangabe) ist sinnvoll.
- Verstellbare Modelle mit Drehrad sind für Kinder und für Reiter mit wechselnder Haarlänge praktisch.
Warum die Norm beim Reithelm an erster Stelle steht
Bevor ich überhaupt über Belüftung, Optik oder Verstellsysteme rede, schaue ich bei jedem Helm zuerst auf das Prüfsiegel im Inneren. Ein Reithelm, der seinen Namen verdient, trägt die Kennzeichnung der aktuell relevanten Reitsport-Norm. In Deutschland und Europa ist das die VG1 01.040 2014-12. Diese Norm ist im Reitsport derzeit der Standard, weil sie unter anderem strengere Anforderungen an die seitliche Stabilität und die Verschlusssicherheit stellt als die ältere reine EN 1384. Daneben begegnen dir noch die EN 1384 selbst sowie die Konformität mit der EU-Verordnung 2016/425, die Reithelme als PSA der Kategorie III einordnet – also als Schutzausrüstung gegen lebensgefährliche Risiken.
Was bedeutet das konkret für dich? Ein Helm ohne diese Kennzeichnung ist für mich kein Reithelm, sondern bestenfalls Dekoration. Fahrradhelme, Skihelme oder Kletterhelme sind nicht für die Belastungen beim Sturz vom Pferd ausgelegt. Die Fallhöhe ist eine andere, die Aufprallwinkel sind andere, und der Hufschlag eines Pferdes ist eine Gefahr, gegen die ein Fahrradhelm schlicht nicht konstruiert wurde. Wenn du also überlegst, ob dein vorhandener Fahrradhelm nicht auch fürs Reiten reicht: Nein, tut er nicht. Punkt.
Wo du die Norm am Helm findest
Die Kennzeichnung steht in der Regel auf einem eingenähten Etikett im Innenfutter oder ist auf der Innenseite der Schale aufgedruckt. Dort findest du neben der Norm auch die Größenangabe, das Herstellungsdatum und Pflegehinweise. Wenn du einen Helm online kaufst, achte darauf, dass die Norm VG1 01.040 2014-12 in der Produktbeschreibung explizit genannt wird. Steht dort nur vage “geprüfte Sicherheit” oder gar keine Norm, lass die Finger davon. Seriöse Hersteller geben die Norm immer klar an, weil sie für die Zulassung als PSA Kategorie III ohnehin verpflichtend ist.
EN 1384, VG1 und (EU) 2016/425 – wie hängt das zusammen?
Diese Bezeichnungen sorgen oft für Verwirrung, dabei ist der Zusammenhang einfach. Die EU-Verordnung 2016/425 ist der rechtliche Rahmen: Sie regelt, dass persönliche Schutzausrüstung wie ein Reithelm bestimmte Anforderungen erfüllen muss, und stuft Reithelme als Kategorie III ein, also als Schutz gegen lebensgefährliche Risiken. Die EN 1384 und die VG1 01.040 2014-12 sind die konkreten technischen Prüfnormen, die festlegen, welchen Belastungstests ein Helm standhalten muss. Die VG1 ist dabei die im Reitsport aktuell etablierte Norm mit erweiterten Anforderungen. Wenn ein Helm diese Kennzeichnungen trägt, ist er ordnungsgemäß geprüft. Mehr musst du dir dazu im Alltag nicht merken – Hauptsache, die Norm steht drauf.
In meiner Anfangszeit habe ich einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, einen alten Helm vom Flohmarkt zu kaufen, weil er optisch schön war. Heute weiß ich: Bei Schutzausrüstung ist Geiz die teuerste Entscheidung, die man treffen kann. Man kennt die Sturzhistorie eines gebrauchten Helms nie.
— Klaus Hofmann, Sicherheit bei beste-testsieger.de
Sicherheitshinweise, die ich jedem Reiter mitgebe
- Norm prüfen: Nur Helme mit VG1 01.040 2014-12 (oder EN 1384 / (EU) 2016/425, PSA Kat. III) kaufen.
- Passform vor Optik: Der Helm muss fest, waagerecht und ohne Druckstellen sitzen. Bei geöffnetem Gurt darf er sich beim Kopfschütteln nicht verschieben.
- Gurt immer schließen: Der Drei-Punkt-Gurt muss beim Reiten geschlossen und straff sein – ein offener Gurt schützt nicht.
- Nach Sturz ersetzen: Jeder Aufprall kann unsichtbare Risse in der Schale verursachen. Nach einem Sturz: neuer Helm.
- Kein Gebrauchtkauf: Du kennst die Vorgeschichte fremder Helme nicht.
- Alterung beachten: Austausch nach ca. 3–5 Jahren oder gemäß Herstellerangabe.
- Fachanprobe: Dieser Artikel ersetzt keine fachkundige Beratung und Anprobe im Fachhandel.
Kopfumfang messen und die richtige Passform finden
Die beste Norm nützt nichts, wenn der Helm nicht passt. Ein zu großer Helm rutscht bei einem Sturz weg und gibt den Kopf frei, ein zu kleiner drückt und wird im Alltag nicht getragen – was ihn auch nutzlos macht. Deshalb beginnt jeder Helmkauf bei mir mit einem Maßband.
So misst du deinen Kopfumfang richtig
Lege das Maßband etwa einen bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen an, führe es über die breiteste Stelle am Hinterkopf und wieder nach vorne. Das Band sollte waagerecht und straff, aber nicht eingeschnürt liegen. Den ermittelten Wert in Zentimetern vergleichst du mit der Größentabelle des Herstellers. Wichtig: Die Größenangaben variieren zwischen den Marken teils deutlich. Ein 56er bei einem Hersteller ist nicht zwingend ein 56er bei einem anderen. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, hilft das Verstellsystem – dazu gleich mehr.
Der Sitztest, den ich immer mache
Setze den Helm auf und schließe den Gurt noch nicht. Jetzt schüttelst du leicht den Kopf und nickst. Der Helm darf sich dabei kaum bewegen. Wandert er über die Augenbrauen oder rutscht er in den Nacken, ist er zu groß. Drückt er an den Schläfen oder hinterlässt nach wenigen Minuten rote Stellen, ist er zu klein oder die Schalenform passt nicht zu deinem Kopf. Erst wenn der Helm ohne Gurt schon stabil sitzt, schließe ich den Drei-Punkt-Gurt. Dieser läuft links und rechts am Ohr vorbei und unter dem Kinn zusammen. Zwischen Kinn und Gurt sollte etwa ein Finger Platz sein – fest genug, dass nichts verrutscht, locker genug, dass es nicht würgt.
Ich sage es bewusst hart: Ein Helm, der nicht richtig sitzt, ist nur ein Helm fürs Gewissen, nicht für den Kopf. Lieber zehn Minuten länger anprobieren als sich auf einen falschen Sitz verlassen.
— Klaus Hofmann, Sicherheit bei beste-testsieger.de
Belüftung, Verstellsystem und Innenpolster – die Komfortfaktoren
Wenn die Sicherheit gegeben und die Passform geklärt ist, kommen die Faktoren, die den Alltag angenehm machen. Und Komfort ist kein Luxus: Ein Helm, der gut belüftet und bequem ist, wird auch konsequent getragen. Ein heißer, drückender Helm landet dagegen schnell wieder auf dem Spind.
Belüftung – mehr als nur Löcher in der Schale
Gute Reithelme haben Belüftungsschlitze vorne und hinten, die einen Luftstrom über den Kopf ermöglichen. Im Sommer auf dem Turnierplatz merkt man den Unterschied sofort. Manche Modelle setzen auf große, sichtbare Öffnungen, andere auf dezente Kanäle, die sich gut in eine elegante Dressuroptik einfügen. Wer viel im Gelände oder bei Hitze unterwegs ist, sollte auf eine spürbare Belüftung achten.
Verstellsystem – Drehrad gegen Schaumpads
Es gibt grob zwei Wege, einen Helm an den Kopf anzupassen. Günstigere Modelle arbeiten mit austauschbaren Schaumpolstern, die man je nach Kopfumfang dicker oder dünner einlegt. Hochwertigere Helme haben ein Drehrad am Hinterkopf, mit dem sich die Weite stufenlos und schnell anpassen lässt. Das Drehrad ist klar im Vorteil, wenn der Helm von mehreren Personen genutzt wird, wenn Kinder noch wachsen oder wenn man je nach Frisur (Zopf, offene Haare) die Weite anpassen möchte.
Innenpolster – herausnehmbar und waschbar
Ein Detail, das im Verkaufsgespräch oft untergeht, aber im Alltag wichtig ist: Das Innenpolster sollte herausnehmbar und waschbar sein. Schweiß, Staub und Pferdehaare sammeln sich, und ein Helm, dessen Polster man bei 30 Grad in die Maschine geben kann, bleibt deutlich hygienischer. Bei Modellen ohne herausnehmbares Polster bleibt nur das mühsame Auswischen von Hand.
Gewicht – warum jedes Gramm zählt
Ein Faktor, den man beim Probetragen im Laden unterschätzt, im Sattel über Stunden aber deutlich spürt, ist das Gewicht. Ein schwerer Helm belastet die Nackenmuskulatur, besonders bei längeren Trainingseinheiten oder im Gelände. Gute moderne Reithelme bewegen sich je nach Größe und Bauart oft im Bereich von rund 400 bis 600 Gramm. Beim Anprobieren reicht ein kurzer Moment nicht aus, um das zu beurteilen – ich empfehle, den Helm im Laden ruhig fünf bis zehn Minuten aufzubehalten und dabei den Kopf zu bewegen. Spätestens dann merkst du, ob ein Helm angenehm leicht oder unangenehm kopflastig ist. Bei Kindern ist das Gewicht besonders wichtig, weil ihre Nackenmuskulatur noch nicht so kräftig ist.
Worauf ich beim Helmkauf achte – meine Checkliste
- Trägt der Helm die Norm VG1 01.040 2014-12 (bzw. EN 1384 / (EU) 2016/425, PSA Kat. III)?
- Passt die Schalenform zu meiner Kopfform (rund vs. länglich)?
- Sitzt der Helm schon ohne Gurt fest und waagerecht?
- Lässt sich die Weite über ein Drehrad oder Polster anpassen?
- Ist das Innenpolster herausnehmbar und waschbar?
- Ist die Belüftung für meinen Einsatzbereich ausreichend?
- Ist das Gewicht über längere Zeit angenehm?
- Passt die Optik zur Disziplin (Dressur vs. Gelände)?
Die besten Reithelme im Einzelvergleich
Jetzt zu den konkreten Modellen. Ich habe bewusst eine Mischung aus günstigen Einsteigerhelmen, mitwachsenden Jugendmodellen und höherwertigen Helmen ausgewählt. Jeder dieser Helme erfüllt die geforderte Reitsport-Norm – das ist für mich Grundvoraussetzung, nicht Bonus. Die Unterschiede liegen bei Belüftung, Verstellsystem, Verarbeitung und Optik.
Covalliero Beauty VG1 – der freundliche Einstieg für Jugendliche
Den Covalliero Beauty VG1 empfehle ich gern für junge Reiterinnen und Reiter, die ihren ersten eigenen Helm brauchen. Er ist nach VG1 01.040 2014-12 zertifiziert, leicht und in mehreren Größen erhältlich. Das Innenfutter ist herausnehmbar, was bei Kindern, die im Stall schon mal schwitzen und staubig werden, ein echter Pluspunkt ist. Die Belüftung ist solide, nicht überragend, aber für Reitstunden und Freizeitreiten völlig ausreichend. Wichtig bei Kindern: Den Sitz regelmäßig prüfen, weil der Kopf noch wächst.
- Belüftungssystem
- mit floralem Muster
- stufenlose Verstellung des Kopfbandes mit einer Hand
Vorteile
- VG1-zertifiziert, ideal für Jugendliche und Einsteiger
- Herausnehmbares, waschbares Innenfutter
- Leichtes Gewicht, kindgerechtes Design
- Günstiger Preis
Nachteile
- Belüftung nur durchschnittlich
- Bei wachsenden Kindern häufiger Sitz prüfen
HKM New Flock 9100 – schlichter Allrounder zum kleinen Preis
Der HKM New Flock 9100 ist ein klassischer Einsteigerhelm für Reiter, die einen normgerechten Helm ohne Schnickschnack suchen. Die Verarbeitung ist für die Preisklasse ordentlich, die Schale stabil, und der Helm ist nach der Reitsport-Norm geprüft. Das Verstellsystem arbeitet hier eher klassisch über die Polsterung, nicht über ein Drehrad. Für Reitschulen, die mehrere Helme vorhalten, oder als robuster Stallhelm ist er eine sinnvolle Wahl. Wer maximalen Komfort und Top-Belüftung will, sollte eine Klasse höher schauen.
- mit Schutztasche
- integriertes Moskitonetz
- optimale Größenanpassung
Vorteile
- Sehr günstig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Normgerecht und robust verarbeitet
- Guter Stall- und Zweithelm
Nachteile
- Kein Drehrad-Verstellsystem
- Belüftung und Polsterung eher einfach
Covalliero Carbonic VG1 – sportliche Optik mit guter Belüftung
Der Covalliero Carbonic VG1 hebt sich durch seine sportliche Optik in Carbon-Anmutung und eine spürbar bessere Belüftung von den reinen Einsteigern ab. Die Belüftungsschlitze sorgen auch im Sommer für einen angenehmen Luftstrom. Er sitzt bei vielen Kopfformen gut und ist ein solider Allrounder für Freizeit- und Trainingsreiter, die etwas mehr Wert auf Optik und Klimakomfort legen, ohne gleich in die Oberklasse zu investieren.
- Disk-Fit-System zur Anpassung der Kopfgröße
- gute Belüftung
- schlanke Form
Vorteile
- Gute Belüftung mit mehreren Luftkanälen
- Sportliche Carbon-Optik
- VG1-zertifiziert, solider Allrounder
Nachteile
- Verstellung weniger fein als bei Drehrad-Helmen
- Optik nicht für klassische Dressur geeignet
Casco Mistrall – durchdachte Belüftung vom Helmspezialisten
Casco ist ein Name, den ich aus dem Bereich Schutzhelme schätze, und der Mistrall zeigt warum. Die Belüftung ist durchdacht, der Sitz angenehm, und die Verarbeitung wirkt wertig. Für Reiter, die viel im Sattel sitzen und einen Helm suchen, der auch bei längeren Ausritten nicht zur Sauna wird, ist der Mistrall eine gute Wahl. Er liegt preislich im Mittelfeld und bietet dafür eine überzeugende Gesamtleistung. Wer von Casco-Fahrradhelmen die gute Belüftung kennt, findet hier eine ähnliche Philosophie wieder – nur eben in normgerechter Reithelm-Ausführung. Die Polsterung lässt sich angenehm an den Kopf anschmiegen, und der Helm wirkt insgesamt robust gebaut.
- gut sichtbare Reflexionsstreifen
- leicht zu reinigen
- TÜV-geprüft
- einfache Einstellung der Größe durch Drehen des Rades
- horizontale und vertikale Verstellung möglich
Vorteile
- Durchdachte Belüftung, angenehm auch bei Hitze
- Wertige Verarbeitung vom Helmspezialisten
- Komfortabler Sitz für lange Ausritte
Nachteile
- Preislich im oberen Mittelfeld
- Optik eher sportlich als klassisch
Uvex onyxx friends II – mitwachsender Helm für Kinder
Beim Uvex onyxx friends II merkt man, dass Uvex aus dem Helmbau kommt. Dieser Kinderhelm ist mit einem Drehrad-Verstellsystem ausgestattet, das mit dem Kind mitwächst – genau das, was ich bei Kindern empfehle. So lässt sich die Weite Stück für Stück anpassen, statt jedes Jahr einen neuen Helm zu kaufen. Trotzdem gilt: Auch ein mitwachsender Helm muss regelmäßig auf korrekten Sitz geprüft werden, und nach einem Sturz wird auch er ersetzt. Die kindgerechten Designs kommen bei jungen Reitern gut an, was die Akzeptanz fördert.
- leicht zu reinigen
- besonders leicht
- EPS-Innenschicht
- gute Belüftung
Vorteile
- Drehrad-Verstellung, wächst mit dem Kind
- Hohe Verarbeitungsqualität von Uvex
- Kindgerechte Designs, gute Akzeptanz
- Gute Belüftung
Nachteile
- Höherer Preis als einfache Kinderhelme
- Sitz bei wachsendem Kopf regelmäßig kontrollieren
Choplin Aero Lame verstellbar – eleganter Dressurhelm
Der Choplin Aero Lame richtet sich an Reiter, die Wert auf eine elegante, dezent glänzende Optik legen, wie sie in der Dressur gern gesehen wird. Die Verstellbarkeit über das integrierte System erleichtert die Anpassung an den Kopf, und die schlanke Linienführung macht ihn zu einem schönen Turnierhelm. Wer einen Helm sucht, der zum gepflegten Auftritt im Dressurviereck passt und trotzdem normgerecht schützt, sollte ihn sich anschauen. Die feinen Glanzakzente wirken auf dem Turnierplatz hochwertig, ohne aufdringlich zu sein, und harmonieren gut mit einem klassischen Dressuroutfit.
- Innenpolsterung waschbar bei 30 °C
- herausnehmbare Innenpolsterung
- einfache Größenverstellung durch Drehen des Drehknopfes
- Pailletten sorgen für eine glänzende Lamé-Optik
Uvex perfexxion II – die Oberklasse für Anspruchsvolle
Der Uvex perfexxion II ist einer meiner persönlichen Favoriten, wenn das Budget stimmt. Hier passt einfach alles: das ausgeklügelte Belüftungssystem, das präzise Drehrad-Verstellsystem, das hochwertige und herausnehmbare Innenpolster und die saubere Verarbeitung. Dieser Helm sitzt wie angegossen und verschwindet beim Reiten förmlich vom Kopf, weil man ihn schlicht vergisst. Für ambitionierte Reiter, die viel im Sattel sitzen und sich beim wichtigsten Ausrüstungsstück nicht einschränken wollen, ist er das Geld wert.
- für Brillenträger geeignet
- robuste Außenschale und Innenschale aus EPS
- komfortabler Verschluss
Vorteile
- Hervorragende Belüftung
- Präzises Drehrad-Verstellsystem
- Hochwertiges, herausnehmbares Innenpolster
- Top-Verarbeitung, sehr angenehmer Sitz
Nachteile
- Höchste Preisklasse im Vergleich
- Für reine Gelegenheitsreiter überdimensioniert
Uvex exxential – der vielseitige Klassiker
Der Uvex exxential ist gewissermaßen der Bruder des perfexxion und ein Bestseller, der seit Jahren zu Recht beliebt ist. Er bietet eine gute Belüftung, ein zuverlässiges Verstellsystem und die typische Uvex-Qualität zu einem etwas freundlicheren Preis als das Topmodell. Für mich ist er der ideale Allrounder für alle, die einen wirklich guten Helm wollen, ohne ganz oben ins Regal zu greifen. Er passt sowohl in den Trainingsalltag als auch ins Gelände. Wenn mich jemand nach einer Empfehlung für den ersten richtig guten Helm fragt – also den Schritt weg vom reinen Einsteigermodell – nenne ich sehr oft den exxential, weil das Gesamtpaket aus Sicherheit, Komfort und Preis einfach stimmt.
- optimale Tailleneinstellung
- mit
- Belüftungssystem
- geeignet für Brillenträger
Vorteile
- Sehr ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Gute Belüftung und zuverlässiges Verstellsystem
- Bewährter Bestseller mit Uvex-Qualität
- Vielseitig für Training und Gelände
Nachteile
- Nicht ganz so hochwertig wie das Topmodell perfexxion II
- Optik weniger für die klassische Dressur
Kerbl Carbonic – preisbewusster Helm mit Carbon-Look
Der Kerbl Carbonic bietet eine sportliche Carbon-Optik zu einem moderaten Preis. Er ist normgerecht zertifiziert und richtet sich an Reiter, die einen ordentlichen Helm mit etwas Pep suchen, ohne viel auszugeben. Die Belüftung ist brauchbar, die Verarbeitung für den Preis in Ordnung. Ein vernünftiger Helm für Freizeitreiter, die auf Optik achten.
- Disk-Fit-System zur Kopfgrößenverstellung
- gute Belüftung
- TÜV-geprüft
Horze Pacific VG1 verstellbar – günstig und flexibel anpassbar
Der Horze Pacific VG1 punktet mit seinem verstellbaren System zu einem fairen Preis. Damit lässt sich der Helm bequem an den Kopfumfang anpassen, was ihn auch für Reiter mit Zwischengrößen interessant macht. Er ist VG1-zertifiziert und eine gute Wahl für Einsteiger, die nicht nur über Polster, sondern über ein Verstellsystem anpassen möchten, ohne in die höhere Preisklasse zu gehen.
Reithelme im direkten Vergleich
Damit du die wichtigsten Modelle auf einen Blick gegenüberstellen kannst, habe ich die fünf für mich relevantesten Helme in einer Tabelle zusammengefasst. Sie zeigt die Bandbreite von günstig bis Oberklasse und von Kinderhelm bis Vielseitigkeit.
| Produkt | Note |
|
|---|---|---|
Reithelm Uvex Unisex – Erwachsene, perfexxion II , anthracite mat
|
1.9 |
192,46 €
Angebot
|
Reithelm Uvex Unisex – Erwachsene, exxential , blue mat
|
1.6 |
69,95 €
Angebot
|
Reithelm Uvex Unisex Jugend, onyxx , friends II anthracite mat
|
1.7 |
71,85 €
Angebot
|
Reithelm Covalliero Helm Carbonic VG1, Anthrazit, 53-57 cm
|
2 |
39,17 €
Angebot
|
Reithelm HORZE Pacific Verstellbarer Helm VG1 Defenze
|
2.4 |
42,95 €
Angebot
|
Wie man sieht, gibt es nicht den einen besten Helm für alle. Der perfexxion II glänzt in der Oberklasse, der exxential ist der ausgewogene Allrounder, der onyxx friends II die richtige Wahl für Kinder, der Carbonic ein günstiger Einstieg mit Optik und der Horze Pacific der preisbewusste, aber verstellbare Kandidat. Welcher zu dir passt, hängt von Budget, Einsatzbereich und Kopfform ab.
Dressur, Springen oder Vielseitigkeit – braucht jede Disziplin einen anderen Helm?
Eine Frage, die mir oft gestellt wird. Die ehrliche Antwort: Der Schutz ist bei allen normgerechten Reithelmen das Maß aller Dinge, unabhängig von der Disziplin. Aber es gibt Unterschiede in Optik und teils in der Konstruktion.
Dressur – Eleganz und dezente Optik
In der Dressur wird Wert auf ein gepflegtes, ruhiges Erscheinungsbild gelegt. Hier sind matte oder dezent glänzende Helme in dunklen Farben gefragt, oft mit fein eingearbeiteten statt großen, sichtbaren Belüftungsöffnungen. Helme wie der Choplin Aero Lame zielen genau auf diese Optik. Funktional schützen sie aber genauso wie ein sportlicher Helm.
Springen und Vielseitigkeit – Belüftung und Robustheit
Im Gelände und beim Springen kommt es mehr auf gute Belüftung und einen sicheren Sitz bei schnellen Bewegungen an. Hier sind sportliche Helme mit deutlicher Belüftung und festem Drehrad-Sitz im Vorteil. Der perfexxion II und der exxential von Uvex spielen hier ihre Stärken aus. Wer im Gelände unterwegs ist, kombiniert den Helm sinnvoll mit weiterer Schutzausrüstung – dazu passt etwa eine Sicherheitsweste.
Freizeit- und Wanderreiten
Beim entspannten Ausreiten in der Natur steht der Tragekomfort über viele Stunden im Vordergrund. Ein leichter, gut belüfteter Helm, der auch nach drei Stunden im Sattel nicht drückt, ist hier Gold wert. Modelle wie der Casco Mistrall oder der Uvex exxential sind dafür gut geeignet. Wichtig ist auch hier: Selbst beim gemütlichen Ausritt bleibt der Helm auf und der Gurt geschlossen. Gerade im Gelände sind die Untergründe unvorhersehbar, und ein Pferd kann auch beim ruhigsten Spaziergang erschrecken.
Die meisten Stürze, von denen mir berichtet wird, passieren nicht beim wilden Galopp, sondern in ganz alltäglichen Situationen – beim Schritt, beim Aufsteigen, beim plötzlichen Scheuen. Genau deshalb gilt: Helm auf, immer, von der ersten bis zur letzten Minute.
— Klaus Hofmann, Sicherheit bei beste-testsieger.de
Die richtige Ausrüstung rund um den Reithelm
Der Helm ist das wichtigste Sicherheitsteil, aber er steht nicht allein. Zur durchdachten Reitausrüstung gehört mehr. Passende Reitstiefel mit dem richtigen Absatz verhindern, dass der Fuß durch den Steigbügel rutscht. Eine gut sitzende Reithose sorgt für Halt im Sattel und verhindert Scheuerstellen. Bei längeren Ausritten oder im Winter schützen Reithandschuhe die Hände und sorgen für besseren Grip an den Zügeln. Und im Gelände sowie bei jungen oder unerfahrenen Reitern ist eine Sicherheitsweste eine sinnvolle Ergänzung. Sicherheit ist immer ein Gesamtpaket, kein einzelnes Produkt.
Pflegetipps für eine lange Helm-Lebensdauer
- Innenpolster regelmäßig herausnehmen und gemäß Pflegehinweis waschen.
- Helm nicht in praller Sonne oder im heißen Auto lagern – Hitze schadet dem Material.
- Keine aggressiven Reiniger oder Lösungsmittel auf der Schale verwenden.
- Helm in einer Tasche transportieren, nicht lose im Kofferraum, wo er anschlagen kann.
- Trotz guter Pflege: Austausch nach ca. 3–5 Jahren oder nach Herstellerangabe.
Kopfform beachten – warum nicht jeder Helm zu jedem Kopf passt
Ein Punkt, den selbst erfahrene Reiter unterschätzen: Köpfe sind unterschiedlich geformt. Manche Menschen haben einen eher runden Kopf, andere einen länglichen, ovalen. Und Helmschalen sind ebenfalls unterschiedlich geschnitten. Das erklärt, warum ein Helm, der bei deiner Reitkollegin perfekt sitzt, bei dir an den Schläfen drückt oder vorne und hinten zu viel Luft lässt.
Rund oder länglich – so findest du es heraus
Lass dir am besten von jemandem von oben auf den Kopf schauen, oder mach ein Foto von oben. Ist die Kopfform eher kreisrund oder eher ein längliches Oval? Wenn ein Helm bei dir an den Seiten (Schläfen) drückt, aber vorne und hinten Platz lässt, ist die Schale wahrscheinlich zu rund für deinen länglichen Kopf. Drückt er dagegen vorne und hinten, während seitlich Luft ist, passt eine rundere Schale besser zu dir. Hier zeigt sich, warum die reine Zentimeterangabe nicht ausreicht: Zwei Helme mit derselben Größenbezeichnung können sich auf demselben Kopf völlig unterschiedlich anfühlen. Deshalb empfehle ich, wenn möglich, mehrere Modelle in derselben Größe auszuprobieren.
Drehrad gleicht kleine Unterschiede aus – aber nicht die Grundform
Ein Drehrad-Verstellsystem kann die Weite anpassen und kleinere Unterschiede ausgleichen. Was es nicht kann, ist eine grundsätzlich falsche Schalenform korrigieren. Wenn ein Helm an den Schläfen drückt, hilft auch das Aufdrehen des Rads nicht – dann ist es schlicht der falsche Helm für deinen Kopf. Verlass dich also nie allein auf das Verstellsystem, sondern prüfe immer die Grundpassform.
Diese Fehler sehe ich am häufigsten
Über die Jahre haben sich ein paar typische Fehler herauskristallisiert, die mir immer wieder begegnen. Wenn du sie kennst, kannst du sie leicht vermeiden.
Der Helm sitzt zu weit hinten
Ein Klassiker: Der Helm wird in den Nacken geschoben, sodass die Stirn frei liegt. Das sieht vielleicht lässig aus, lässt aber die Stirn und die Schläfen ungeschützt – ausgerechnet die Bereiche, die bei einem Sturz nach vorne besonders gefährdet sind. Der Helm gehört waagerecht auf den Kopf, mit der Vorderkante etwa ein bis zwei Finger über den Augenbrauen.
Der Kinngurt ist zu locker
Ein Gurt, der nur lose anliegt oder gar offen bleibt, ist im Ernstfall fast wertlos, weil der Helm dann beim Sturz verrutschen oder ganz vom Kopf fliegen kann. Der Gurt muss straff sitzen, mit etwa einem Finger Platz zwischen Kinn und Gurt. Ich prüfe das vor jedem Aufsteigen kurz – das dauert zwei Sekunden und ist zur Gewohnheit geworden.
Der Helm wird trotz Sturz weiterbenutzt
Der gefährlichste Fehler überhaupt. Nach einem Sturz wirkt der Helm oft völlig intakt, doch der Dämpfungskern kann unsichtbar beschädigt sein. Wer hier aus Sparsamkeit weitermacht, riskiert beim nächsten Mal genau den Schutz, für den er den Helm gekauft hat. Nach einem Sturz: neuer Helm, ohne Diskussion.
Reithelm für Anfänger, Fortgeschrittene und Kinder
Je nachdem, wo du oder dein Kind im Reitsport steht, kann die Helmauswahl etwas anders ausfallen.
Für Einsteiger und Reitschüler
Wer gerade anfängt, braucht keinen Helm der Oberklasse, aber unbedingt einen normgerechten. Modelle wie der HKM New Flock 9100, der Covalliero Carbonic VG1 oder der Horze Pacific VG1 bieten geprüfte Sicherheit zu einem fairen Preis. Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt und gern getragen wird. Lieber einen günstigen, perfekt passenden Helm als einen teuren, der drückt.
Für ambitionierte Reiter
Wer viel und regelmäßig reitet, profitiert von einem hochwertigen Helm mit besserer Belüftung, feinerem Verstellsystem und höherem Tragekomfort. Hier sind der Uvex perfexxion II und der exxential meine ersten Empfehlungen. Der Mehrpreis macht sich über die vielen Stunden im Sattel schnell bezahlt, weil man den Helm einfach vergisst und sich aufs Reiten konzentrieren kann.
Für Kinder und Jugendliche
Bei Kindern sind mitwachsende Modelle wie der Uvex onyxx friends II oder der jugendgerechte Covalliero Beauty VG1 die richtige Wahl. Achte hier besonders auf das Gewicht und kontrolliere den Sitz regelmäßig, weil der Kopf noch wächst. Kindgerechte Designs erhöhen die Bereitschaft, den Helm freiwillig zu tragen – und genau das ist bei Kindern die halbe Miete. Auch hier gilt unverändert: nach jedem Sturz ersetzen, keine gebrauchten Helme.
Häufige Fragen zum Reithelm
Welche Norm muss ein Reithelm haben?
Ein Reithelm sollte nach der aktuellen Reitsport-Norm VG1 01.040 2014-12 zertifiziert sein. Daneben begegnen dir die EN 1384 und die Konformität mit der EU-Verordnung 2016/425, die Reithelme als persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III einordnet. Ein Helm ohne entsprechende Kennzeichnung ist nicht für den Reitsport geeignet. Fahrrad-, Ski- oder Kletterhelme erfüllen diese Anforderungen nicht.
Wie messe ich meinen Kopfumfang für den Reithelm?
Lege ein Maßband etwa ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen an, führe es waagerecht über die breiteste Stelle am Hinterkopf und wieder nach vorne. Das Band sollte straff, aber nicht einschnürend liegen. Den Wert in Zentimetern vergleichst du mit der Größentabelle des jeweiligen Herstellers, da die Größen zwischen den Marken abweichen können. Bei Zwischengrößen hilft ein verstellbares Modell mit Drehrad.
Muss ich den Helm nach einem Sturz wirklich austauschen?
Ja, unbedingt. Ein Aufprall kann feine Risse oder eine Materialermüdung in der Schale und im Dämpfungskern verursachen, die von außen nicht sichtbar sind. Beim nächsten Sturz würde der Helm dann nicht mehr den vollen Schutz bieten. Deshalb gilt die klare Regel: Nach jedem Sturz oder härteren Aufprall – auch ohne sichtbaren Schaden – gehört der Reithelm ersetzt.
Wie lange hält ein Reithelm?
Auch ohne Sturz altert das Material eines Reithelms durch UV-Strahlung, Schweiß und allgemeine Beanspruchung. Als Faustregel sollte ein Helm nach etwa drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden, sofern der Hersteller keine andere Angabe macht. Beachte immer die konkreten Herstellerangaben zur Nutzungsdauer.
Kann ich einen gebrauchten Reithelm kaufen?
Davon rate ich klar ab. Bei einem gebrauchten Helm kennst du die Vorgeschichte nicht: Ob er bereits einen Sturz mitgemacht hat, wie er gelagert wurde und wie alt das Material ist, lässt sich nicht zuverlässig feststellen. Ein Helm, der unsichtbare Vorschäden hat, schützt im Ernstfall nicht mehr. Bei Schutzausrüstung lohnt sich der Neukauf immer.
Worauf muss ich bei einem Reithelm für Kinder achten?
Bei Kindern sind mitwachsende Modelle mit einem Drehrad-Verstellsystem ideal, weil sich die Weite an den wachsenden Kopf anpassen lässt. Trotzdem muss der Sitz regelmäßig kontrolliert werden, da Kinder schnell wachsen. Der Helm muss fest und waagerecht sitzen, der Drei-Punkt-Gurt geschlossen und richtig eingestellt sein. Auch bei Kinderhelmen gilt: nach einem Sturz ersetzen, keine gebrauchten Helme.
Wie sitzt ein Reithelm richtig?
Der Helm muss fest und waagerecht auf dem Kopf sitzen, ohne zu drücken oder zu wackeln. Bei noch geöffnetem Gurt darf er sich beim Kopfschütteln kaum bewegen. Der Drei-Punkt-Gurt läuft links und rechts am Ohr vorbei und wird unter dem Kinn geschlossen – zwischen Kinn und Gurt sollte etwa ein Finger Platz sein. Ein Helm schützt nur, wenn er richtig sitzt und der Gurt beim Reiten geschlossen ist.
Belüftung im Alltag – meine Erfahrungen bei Hitze und Kälte
Theorie ist das eine, der Alltag das andere. Über die Jahre habe ich Helme bei jeder Witterung getragen, und die Belüftung macht einen größeren Unterschied, als viele Einsteiger glauben.
Im Sommer
An heißen Tagen, besonders auf dem Turnierplatz ohne Schatten, wird der Kopf schnell zur Schwachstelle. Ein Helm mit durchdachten Luftkanälen, wie ich sie etwa beim Uvex perfexxion II oder beim Casco Mistrall schätze, lässt einen spürbaren Luftstrom über den Kopf streichen. Das senkt nicht nur das Schwitzen, sondern hält den Kopf klarer und die Konzentration länger oben. Helme mit nur wenigen oder kleinen Öffnungen stauen dagegen die Wärme, was bei längeren Einheiten unangenehm wird. Wer viel im Sommer reitet, sollte die Belüftung daher zu einem Hauptkriterium machen.
Im Winter und bei Kälte
Im Winter dreht sich das Bild teils um: Hier kann zu viel Belüftung den Kopf auskühlen. Eine praktische Lösung ist ein dünnes Funktions- oder Helmunterziehmützchen, das speziell für das Tragen unter dem Reithelm gemacht ist und nicht aufträgt. Wichtig ist, dass der Helm dabei weiterhin korrekt sitzt – eine dicke Mütze, die den Sitz verändert, ist keine gute Idee. Lieber ein dünnes, passendes Modell verwenden und den Sitz nach dem Aufsetzen erneut prüfen.
Bei Regen
Auch Regen ist ein Thema. Die meisten Reithelme vertragen Feuchtigkeit problemlos, aber nach einem Regenausritt sollte der Helm gut trocknen, am besten mit herausgenommenem Innenpolster an der Luft – nicht auf der Heizung, weil starke Hitze dem Material schadet. So bleibt der Helm hygienisch und das Material gesund.
Wie viel sollte ein guter Reithelm kosten?
Die Preisspanne bei Reithelmen ist groß, und das verunsichert viele Käufer. Lass mich das einordnen, ohne konkrete Eurobeträge festzunageln, weil sich Preise ständig ändern.
Einsteigerklasse
Im unteren Preissegment findest du normgerechte Helme wie den HKM New Flock 9100, den Horze Pacific VG1 oder den Kerbl Carbonic. Diese Helme erfüllen die Sicherheitsnorm und sind eine völlig vertretbare Wahl für Einsteiger, als Zweithelm oder für Reitschulen. Du gibst hier vor allem bei Belüftung, Verstellkomfort und Verarbeitungsdetails etwas ab, nicht aber bei der grundsätzlichen Schutzwirkung.
Mittelklasse
In der mittleren Preisklasse liegen Helme wie der Covalliero Carbonic VG1, der Casco Mistrall und der Uvex exxential. Hier bekommst du spürbar bessere Belüftung, oft ein Drehrad-Verstellsystem und einen angenehmeren Sitz. Für die meisten Reiter, die regelmäßig im Sattel sitzen, ist das meiner Meinung nach der Sweet Spot aus Preis und Leistung.
Oberklasse
Im oberen Segment finden sich Helme wie der Uvex perfexxion II oder elegante Dressurhelme wie der Choplin Aero Lame. Hier zahlst du für ausgefeilte Belüftungssysteme, hochwertige Materialien, feine Verarbeitung und Optik. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel und wie ambitioniert du reitest. Wer täglich im Sattel sitzt, wird den Mehrwert spüren. Wichtig ist: Ein teurer Helm ist nicht automatisch sicherer als ein günstiger normgerechter – er ist meist komfortabler und besser verarbeitet. Die Sicherheit definiert die Norm, nicht der Preis.
Reithelm richtig lagern und transportieren
Ein oft übersehenes Thema, das aber direkt mit der Lebensdauer zusammenhängt. Ein Helm, der falsch gelagert wird, altert schneller und kann unbemerkt Schaden nehmen.
Lagerung
Lagere den Helm an einem trockenen, kühlen Ort, fern von direkter Sonneneinstrahlung. UV-Strahlung und Hitze setzen dem Material zu. Der Kofferraum im Sommer oder die Hutablage im Auto sind denkbar schlechte Orte – dort können leicht Temperaturen entstehen, die das Material langfristig schwächen. Lass den Helm nach dem Reiten zudem gut auslüften, bevor du ihn verstaust, damit Feuchtigkeit und Schweiß abtrocknen können.
Transport
Beim Transport gehört der Helm in eine Tasche oder einen festen Helmbeutel, nicht lose in den Kofferraum, wo er bei jeder Bremsung gegen harte Kanten schlagen kann. Schon ein unbemerkter Stoß beim Transport kann die Schutzwirkung beeinträchtigen. Behandle den Helm so sorgsam, wie du es von ihm im Ernstfall erwartest – er soll deinen Kopf schützen, also schütze auch du ihn.
Mein Fazit zum Reithelm-Vergleich
Wenn ich alles zusammenfasse: Der beste Reithelm ist der, der die geforderte Norm erfüllt, perfekt auf deinen Kopf passt und konsequent getragen wird. Beim Budget nach oben hin würde ich zum Uvex perfexxion II oder exxential greifen – beide bieten herausragende Belüftung und ein präzises Verstellsystem. Für Kinder ist der mitwachsende Uvex onyxx friends II meine Empfehlung. Wer einen normgerechten Einstieg sucht, ist mit dem Covalliero Carbonic VG1 oder dem Horze Pacific VG1 gut bedient.
Aber egal, für welchen Helm du dich entscheidest: Nimm dir Zeit für die Anprobe, miss deinen Kopf, prüfe den Sitz und ersetze den Helm nach jedem Sturz. Ein Helm, der richtig sitzt, ist die beste Versicherung im Sattel. Und denk daran, dass selbst der teuerste Helm keinen Schutz bietet, wenn der Gurt offen bleibt.
Zum Schluss noch ein Gedanke, der mir am Herzen liegt: Ein Reithelm ist keine lästige Pflicht, sondern ein Stück Ausrüstung, das dir im entscheidenden Moment den Kopf retten kann. Ich kenne genug Geschichten, in denen ein Helm genau das getan hat. Investiere die Zeit in die richtige Auswahl und Passform, behandle den Helm sorgsam und tausche ihn aus, wenn es nötig ist. Diese drei Dinge – richtige Norm, richtige Passform, rechtzeitiger Austausch – sind wichtiger als jede Marke und jeder Preis. Wenn du dir nur drei Punkte aus diesem Artikel merkst, dann diese.
Falls du noch beim Aufbau deiner restlichen Ausrüstung bist, schau dir gern auch meine Vergleiche zu den passenden Reithandschuhen und zur Reithose an. Eine durchdachte Gesamtausstattung macht das Reiten nicht nur sicherer, sondern auch deutlich angenehmer.
Transparenzhinweis
- Wir sind kein Testinstitut. Dieser Vergleich beruht auf eigener Recherche, langjähriger Erfahrung im Reitsport und der Auswertung von Herstellerangaben sowie Nutzerbewertungen.
- Die hier gegebenen Empfehlungen ersetzen keine fachkundige Anprobe und Beratung im Fachhandel.
- Ein Reithelm ist persönliche Schutzausrüstung. Achte stets auf die gültige Norm und die korrekte Passform.
- Dieser Artikel enthält Produktverlinkungen. Beim Kauf über diese Links können wir eine Provision erhalten, ohne dass für dich Mehrkosten entstehen.
Ich hoffe, dieser Vergleich hilft dir, den richtigen Reithelm zu finden. Bleib sicher im Sattel – und denk immer daran, den Kopf zu schützen, bevor du aufsteigst.
— Klaus Hofmann, Sicherheit & Ausrüstung bei beste-testsieger.de
Wurden Reithelm von der Stiftung Warentest getestet?
Reithelm wurden von der Stiftung Warentest geprueft. Der aktuelle Test stammt aus 06/2024. Geprueft werden unter anderem Qualitaet, Sicherheit und Handhabung - eine wichtige Orientierungshilfe fuer Verbraucher.





















Ist dieser Reithelm auch für Anfänger geeignet?
Hallo Maud,
Dein Interesse an unserem Reithelm Test & Vergleich bereichert uns. Vielen Dank für deine wertvollen Gedanken und deine engagierte Teilnahme!
Ja, dieser Reithelm ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Reiter geeignet. Er bietet einen hohen Schutz und eine bequeme Passform, um das Verletzungsrisiko zu minimieren und optimalen Komfort während des Reitens zu gewährleisten. Egal ob Anfänger oder Profi, mit diesem Helm sind Sie bestens gerüstet.
Freundliche Grüße aus der Betreuung direkt nach Bünde.
Ist der Reithelm für den Dressurreiten geeignet?
Hallo Max,
wir schätzen deinen Kommentar und dein Interesse an unserem Reithelm Test & Vergleich sehr. Vielen Dank!
Ja, der Reithelm ist für Dressurreiten geeignet. Es erfüllt die notwendigen Sicherheitsstandards und ist leicht genug für Komfort auf langen Fahrten, aber robust genug, um den Kopf des Trägers bei einem Sturz zu schützen. Wir empfehlen jedoch, jedes Mal vor dem Kauf die Größenangaben des Herstellers zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Sie die richtige Größe wählen.
Die besten Grüße nach Hirschau.
Support-Spezialist